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Mit gleitenden Durchschnitten zum Erfolg Indikatoren

Herzlich willkommen zu einer neuen Lektionen der Börsen Uni. Heute beschäftigen wir uns mit den so genannten gleitenden Durchschnitten, auch Moving Average genannt. Bereits aus der Mathematik, genauer gesagt der Statistik, kennen wir das Wort Durchschnitt. Dabei wird aus einer bestimmten Menge an Zahlen ein Wert berechnet, welcher meist ein Mittel oder eine Gewichtung zu Gunsten einer bestimmten Zahl oder Periode ausdrückt. Auch bei den gleitenden Durchschnitten ist dies der Fall. So unterscheidet man unter anderem zwischen linear, einfacher und exponentiell gewichteten Durchschnitten.

Einfach gleitende Durchschnitte

Befassen wir uns zuerst mit dem einfach gleitenden Durchschnitt. Dabei werden alle Zahlen einer vorher festgelegten Periode zusammengezählt und durch die Anzahl der Kurse, welche in dieser Periode auftreten dividiert. Anders ausgedrückt, es wird das arithmetische Mittel gebildet. Als Beispiel diene dabei ein gleitender Durchschnitt der Periode 13 in folgendem Chart. Der Durchschnitt ist dabei blau eingezeichnet. In Folge dessen, das es sich bei einem 13er-Durchschnitt um einen sehr schnellen SMA handelt, kommt es in nachfolgendem Chart zu Öfteren Überschneidungen.

Kriterien

Es sei an dieser Stelle bereits gesagt, dass nur Schlusskursnotierungen, über, bzw. unter den Durchschnitten als Einstiegs, bzw. Ausstiegssignal zu verwenden sind. Dies wäre im folgenden Chart erst im Juni der Fall. Die gesamte Aufwärtsbewegung konnte so annähernd mitgenommen werden. zudem sieht man gut, wie im März der 13er-SMA als Wiederstand wirkte und einen Kursabpraller nach unten einleitete. Danach kam es im vorliegenden Dax-Kerzen-Chart zu einem Sprunghaften Anstieg bis Mitte Juli. Hier kam die erste große Korrektur.

DAX - SMA - 13er Periode

Aber welchen Nutzen können wir daraus ziehen?

Nun, vor allem zeigen uns gleitende Durchschnitte, wie auch Trendlinien, die Richtung eines vorherrschenden Trends auf. Gleichzeitig bieten sie, im Gegensatz zu Trendlinien eine Einpreisung möglicher Korrekturen von überhitzten Märkten. Dies zeigt sich besonders deutlich in nachfolgendem Chart. Dabei wurde der einfach gleitende Durchschnitt der Periode 50 und eine Trendlinie, ausgehend von niedrigsten Punkt, eingezeichnet. Gut sichtbar ist dabei die Verletzung der Trendlinie, ein so genanntes Überschwingen und die Wirkung des gleitenden Durchschnittes als Unterstützung.

Lufthansa-Chart - SMA - 50er Periode

Wahl der richtigen Periode im SMA

Und wie bekomme ich die richtige Periode für meinen Markt heraus?

Nun, es gibt einerseits die klassischen Perioden für gleitende Durchschnitte. Dies sind vor allem der fünfziger und der 200er Durchschnitt. Diese Langfristigindikatoren werden, wie der Name schon sagt für mittlere und langfristige Zeitfenster benutzt. So interpretiert man ein absinken des Kurse unter die jeweilige Linie den Beginn eines Bärenmarktes auf mittelfristige Sicht (50) und langfristiger Sicht (200). Im Gegenzug stellt natürlich das durchstoßen des Moving Average durch den Kurs von unten nach oben die Bestätigung eines neu vorherrschenden Bullenmarktes dar. Nachfolgend sehen Sie einen Chart, welche sich über einen längeren Zeitraum erstreckt gut ersichtlich sind dabei der Fünfziger Durchschnitt und der 200er Durchschnitt.

Dow Jones - zwei gleitende Durchschnitte als Signalgeber

Weitere Möglichkeiten der Glättungsberechnung

Eine weitere Möglichkeit, die richtige Periode für den gleitenden Durchschnitt zu finden, bieten die so genannten Fibanoccizahlen. Diese werden auch in der Sektion Grundlagen mit der Unterlektion Zeitzyklen behandelt. Als kleine Auffrischung sei noch einmal die Berechnung dieser Fibanocchizahlen erläutert. Dabei wird der Vorgänger einer berechneten Zahl in der Zahlenreihe mit der Zahl selbst addiert. Man beginnt dabei mit der 1. Es entsteht folgende Zahlenreihe. 1, 1 (1 + 0), 2 (1+ 1), 3 (2 + 1), 5 (3 + 2), 8, 13, 21, 34, 55, 89 usw.. Nun bieten sich vor allem die kleineren Zahlen ab der fünf für sehr kurzfristige Durchschnitt an dabei sein natürlich gesagt, dass die glättende Wirkung mit der Verkürzung der benutzten Periode schwindet. So ist ein Überschwingen des Kurses bei einem gleitenden Durchschnitt der Periode fünf äußerst wahrscheinlich. Es sollte daher auf Perioden kleiner der Acht verzichtet werden. Sollte man dennoch sehr kurzfristig am Marktgeschehen teilhaben wollen, bietet sich ein langfristiger Durchschnitt in einer kleineren Zeitperiode besser an. So macht ein fünf – Tage – Durchschnitt sehr wenig Sinn, da, wie bereits in Grundlagenlektionen – wer kauft wann – zu finden in den Grundlagen, diese Minimalkursschwankungen auf Grund völlig anderer Zeitfenster und auch anderer Analysemethoden gebildet werden. Denn auch hier sind vor allem die fünfziger, 200er und kurzfristige gleitenden Durchschnitte mit 13er und 21er Periode im Einsatz.

kleines Zeitintervall

Als Beispiel sei hier der Vergleich zwischen Tageschart, Wochenchart und Monatschart angezeigt. Auf Monatsbasis sehen wir den Fünfer Durchschnitt. Eine Zeitstufe niedriger sehen wir den 21er Durchschnitt. Und wiederum eine Zeitstufe niedriger – der 200er Durchschnitt.

mittleres Zeitintervall

großes Zeitintervall

Aber wen interessieren die Kurse von vor 200 Tagen?

Dies ist einer der Kritikpunkte für langfristige einfach gewichtete Durchschnitte. Aufgrund dessen entstand der linear gewichtete gleitende Durchschnitt. Dabei wird der neueste Kurs mit der Anzahl der vorhandenen Perioden multipliziert. Der Verletzte Kurs wird mit der Anzahl der Perioden -1
hinzu addiert dies wird fortgesetzt bis wir am ersten Der Periode angelangt sind welcher nur einfach in

diese Folge eingeht zur Berechnung des aktuellen Wertes des linearen Durchschnittes wird nun die Summe dieser Folge durch die Anzahl der in ihr vorhandenen Multiplikatoren geteilt. Dies klingt auf den ersten Blick etwas sonderbar lässt sich aber anhand eines einfachen Beispiels sehr gut erläutern. Angenommen wir haben einen Dreizehner gleitenden Durchschnitt. Dies bedeutet dass der Kurs der letzten Periode, also beispielsweise gestern mit 13 multipliziert wird. Nun haben wir eine Folge einer Zahl, welche wir durch 13 teilen müssen, um den Durchschnitt zu erhalten. Logischerweise kommt dabei eins heraus, denn der Durchschnitt einer Zahl ist natürlich die Zahl selbst. Nun addieren wir den vorhergehenden Kurs mit 12 multipliziert dazu. Den drittletzten Kurs mit 11 multipliziert addieren wir ebenfalls dazu. So kommen wir letztendlich auf (13 + 12 + 11 + 10 + 9 + 8 + 7 + 6 + 5 + 4 + 3 + 2 + 1) 91 Multiplikatoren. Angenommen der Wert für die miteinander multiplizierten und addierten Kurse sei 910 ergibt sich für den linear gewichteten Durchschnitt der aktuelle Wert von 10 Preiseinheiten. Zur besseren Visualisierung sei ein weiterer Charts mit einem 13 er linear gewichteten Durchschnitt an gehangen.

linear gewichteter Durchschnitt

Handelssysteme mit dem SMA

Weitere Möglichkeiten der Durchschnittsberechnung und der Handel mit 3 SMAs

Zudem sei hier noch ein Beispiel für eine weitere Anpassung des gleitenden Durchschnitts angebracht. So ist es möglich den aktuellen Preis der Periode stärker in die Berechnung des Durchschnitts ist einfließen zu lassen. Dabei handelt es sich um den so genannten exponentiell gleitenden Durchschnitt. Hierbei werden die Kurse welche längere Zeit zurückliegen nur noch prozentual zur Berechnung hinzugenommen dies hat zur Folge dass der gleitenden Durchschnitt noch näher am Kursverlauf entlang läuft. Aufgrund dessen, dass man diese prozentuale Gewichtung stark variieren kann sei für dieses Beispiel keine weitere Rechnung angefügt. Es hat sich gezeigt, dass diese EMAs sehr anfällig für Fehlsignale sind. Zur Visualisierung seien noch einmal alle drei Möglichkeiten der Durchschnittsbildung anhand einer 13 er Periode in einem Tageschart gegenübergestellt.

3er - Anwendung von gleitenden Durchschnitten



Beispiel

Nun, es gibt es die Möglichkeit mehrere gleitende Durchschnitte miteinander zu kombinieren. Dabei werden zwei beziehungsweise drei leitende Durchschnitte unterschiedlicher Periodenlänge miteinander in einem Chart kombiniert. Oft verwendete Browser sind dabei 8 – 21 – 50 sowie 21 – 50 – 200 oder für risikofreudigere Anleger auch die Schnelle 13 21 50 Kombination. Im Gegensatz zur Signalbelebung mit nur einem oder zwei gleitenden Durchschnitten, ist man bei der Befolgung der Signale durch drei gleitende Durchschnitte nicht ununterbrochen im Markt investiert. Denn es ergibt sich ein Einstiegssignal nur wenn der mittlere Durchschnitt den langfristigen Durchschnitt kreuzt. Dabei löst natürlich ein kreuzen von oben nach unten ein Verkaufssignal, ein durchkreuzen von unten nach oben ein Kaufsignal aus. Eine Position wird wiederum glatt gestellt weniger schneller Durchschnitt den mittleren Durchschnitt in entgegengesetzter Richtung kreuzt. Dies ist somit, sollte der Anleger auf fallende Kurse setzen, die Kreuzung des schnellen Durchschnittes von unten nach oben gegenüber dem mittleren Durchschnitts. Als Beispiel sei dreimal derselbe Chart an gehangen. Im ersten wird zur Signalgebung nur ein gleitender Durchschnitt, im zweiten zwei Durchschnitte und im dritten drei gleitende Durchschnitte benutzt. Beachten Sie bitte die dadurch entstehende Performanceverbesserung im letzten Beispiel.

Signale durch MA's

Mit gleitenden Durchschnitten zum Erfolg
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  4. Tomatenbär

    Wenn ich nach dieser Methode arbeiten will, ohne täglich alle Charts neu zu berechnen, wäre eine Notifikation per e-Mail praktisch. Das gibt es bei vielen Finanzportalen für feste Kurse (wenn ein eingegebener Kurs über oder unterschritten wird). Gibt es das nicht auch irgendwo für gleitende Durchschnitte?

  5. Rob

    Bitte die Lesbarkeit durch Beachtung von Rechtschreibung und Interpunktion verbessern!

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