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Die Bollinger Bänder – Preisbewegungen im Gummiband Indikatoren

In der technischen Analyse der Finanzmärkte ist vor allem eines wichtig. Die Objektivität.

Dafür eigenen sich fast alle Indikatoren, Oszillatoren und Formations-Vorschriften.Denn sie lassen meist nur wenig Interpretationsspielraum.

Ein Schnitt einer markanten Marke ist ein Schnitt..Eine besondere Formationsdefinition ist ebenso klar. Anders sieht es schon mit der relativen Komponente der Zeit aus.

Wie lange gilt eine Trendlinie? Ist es beispielsweise ratsam, immer auf eine Trendumkehr zu spekulieren, bei dem Erreichen einer Widerstandszone? Oder ist es Zeit für eine Korrektur?

Für diese schwerwiegenden Fragen gibt es in der technischen Analyse der Börsenkurse selbstverständlich auch Indikatoren und Oszillatoren. Einer diese Finanzvehikel sind die Bollinger-Bänder.

So werden Bollinger-Bänder berechnet

Die Berechnung der Bänder beruht in erster Linie auf einem gleitenden Durchschnitt. Dabei kann jegliche Art von Durchschnitt gewählt werden. Einfach gewichtet, exponentiell gewichtet oder linear gewichtet – wichtig ist nur eines:

Der Durchschnitt muss dem Zeitfenster der Kursprojektion entsprechen und überwiegend als Unterstützung – und Widerstandsbereich funktionieren.

Als Beispiel sehen wir links einen idealen Durchschnitt und rechts einen zu schnellen Durchschnitt

idealer linearer Durchschnitt

zu schneller LWMA

 

Als Grundlage der Berechnung von Bollinger-Bänder gilt somit der erwähnte gleitende Durchschnitt. Von diesem wird nun die Standardabweichung des Kurses berechnet. Das bedeutet:

Der Abstand des jeweiligen Kursstands von dem gleitenden Durchschnitt im selben Moment ergibt einen Wert. Die Abweichung.

Beispiel: Am Tag X ist der Eröffnungs-Kurs bei 17€. Der gleitende Durchschnitt verläuft derzeit bei 13,50€ – Somit ist die Abweichung für diesen Moment 3,50€.

Ein weiterer Parameter der Bollinger-Bänder ist neben dem gleitenden Durchschnitt der Faktor der Abweichung. Dieser wird mit der Abweichung multipliziert und dann zu dem gleitenden Durchschnitt hinzu addiert, beziehungsweise subtrahiert. Dies ergibt somit für schnell steigende Kurse stärke Bänder-Ausschläge.

starke Bänderausdehnung

Die Formel zur Berechnung der Bollinger-Bänder

Oberes Band: MA + dP (Kurs – MA)

Unteres Band: MA – dP (MA – Kurs)

Mittleres Band: MA

Erklärung: MA = Moving Average (gleitende Durchschnitt) – dPeriode = Abweichungsparameter

Interpretation der Bollinger-Bänder

Auf Grund der relativen Ausdehnung der Bänder zum Kursgeschehen lassen sich nun verschiedene Trading-Ideen entwickeln.

Die erste wäre der Handel nach Volatilitätseinbruch

Dabei wird auf die Ausdehnung der Bänder geachtet. Diese Ausdehnung ist in volatilen Zeiten höher und in kleinen Seitwärtsphasen geringer. Dabei gilt folgender Grundsatz:

Nähern sich die Bänder stark an und verengen sich auffallend, steht ein Ausbruch bevor. Dieser erfolgt meist in die entgegengesetzte Richtung, wie der zuvor Erfolgte Trend. Ein Beispiel:

Enge Bänder als Achtungszeichen

Hier sieht man die erste Verengung mit pinken Pfeilen hervor gehoben. Der vorherige Aufwärtstrend ist mit einem braunen Strich gekennzeichnet. Die nächste größere Bewegung geht abwärts. Die darauf folgende Verengung, mit blauen Pfeilen gekennzeichnet, treibt die Kurse wieder aufwärts. Und auch die dritte Verengung der Bollinger Bänder hat einen Trendwechsel zur Folge. Hervorgehoben durch die orangen Pfeile.

Wie kann man die Verjüngung der Bänder handeln?

Dazu als Beispiel derselbe Chart mit Bollinger-Bändern

Pink Einstieg - Blau Ausstieg

Hier sieht man die Bollinger-Bänder mit einer Verengung bei Pink und Blau. Als Stopp-Kurse gelten die jeweils oberen bei Short und unteren Bänder bei Longeinstieg. Es ist hier natürlich eine Frage des Bauchgefühls, wann man nun Einsteigt, denn man sieht erst nach einem Ausbruch, wann sich die Bänder maximal verjüngt haben.

Dies ist jedoch bei dem Beispiel Pink sehr offensichtlich. Der Stopp bleibt in jedem Fall gleich. Als Einstoppkurs wird das letzte markante Tief, bzw. Hoch gewählt. Hervorgehoben durch die lila Bollingerbänder.

Es ist ersichtlich, dass dies noch eine sehr ungenaue Methode ist. Einziger Vorteil, man switcht die Positionen nur und kann somit weniger den Trends hinter schauen – nimmt sie aber auch nur bruchstückhaft mit.

Der Vorteil der Bollinger-Bänder

– relative Kursdarstellung –

Durch die zu Grunde liegende Berechnung der Bänder mit einer Standardabweichung können bestimmte Kursschwankungen besser interpretiert werden. Dabei sehen wir nachfolgend ein Beispiel.

relative Tiefs in Aktion

In diesem Beispiel sind die neuen Tiefs mit einem blauen Pfeil gekennzeichnet. Zudem laufen die Tiefststände der Kerzencharts aus den unteren Bändern heraus und bilden auch Schlusskurse unter diesen Markierungen aus. Letztere sind wichtiger als temporäre Überschreitungen.

Im letzten Viertel des Bildes sieht man mit Gelb hervorgehoben die Ausbildung eines Bodens. Dabei dehnen sich die Bänder auf Grund hoher Volatilität stärker aus und das neue Tief ist relativ gesehen kein neues Tief. Zudem entsteht ein Doppelboden auf Candlestick-Basis. Wichtig ist jedoch das die Bänder ebenso angeben, welches Kursniveau als neues Tief gezählt werden kann.

Trading-Verfeinerung

 

Bollinger-Bänder Verengung mit relativen Hochs

Nachfolgend sieht man einen Chart, welcher mit den beiden Trading-Ideen markiert wurde. Es ist hier das Einstiegsszenario zu sehen.

Mit 1 wird die Verjüngung der Bänder markiert. Mit a das relative Hoch, welches keines ist – die Bollinger-Bänder sind deutlich höher.

Einstieg dank schönem Signal

Der Einstieg wird wieder vor dem markanten tief der Verjüngung gesetzt. Dies ist nach Candle-Stick-Theorie ein Hammer. Eigentlich eine Reversal-Formation. Die Bollinger-Bänder geben jedoch die richtigere Richtung vor – Abwärts.

Der Ausstieg mit Hilfe der Bollinger-Bänder

Genau wie den Einstieg kann man auch den Ausstieg mit den Bändern planen. Hierbei kann man wieder auf Verjüngung und relative Tiefs/Hochs achten. Im selbigen Beispiel wie oben ist der Ausstieg mit einem A gekennzeichnet. Zudem ist der Bereich mit blau hinterlegt. Warum gerade dort?

Ausstieg sehr markant

Es wurden eine Reihe neue Tiefs gemacht, jedoch zeigten die Bollinger Bänder an, dass es sich hierbei um keine relativen Tiefs handelte. Als Stopp-Marke fungiert nun der gleitende Durchschnitt. Der Vorteil dieses Mittelbandes ist, dass es als Trailing-Stopp fungiert. Es steigt erst an, wenn die Kurse über diesem mittleren band sin. Und da hat der Stopp schon gegriffen.

Fehlausbrüche vorhersehen

Trotz aller Regeln spielt vor allem die Psyche einen großen Part an den Finanzmärkten. Deswegen kann es hin und wieder zu Fehlausbrüchen kommen. Ein Beispiel für einen Fehlausbruch bei der Verjüngungsregel zeigt folgendes Beispiel.

Fehlausbruch vorhersehen

Der Fehlausbruch ist mit einem roten Pfeil gekennzeichnet. Trotz Verjüngung kam es vorerst nicht zu einem Abverkauf sondern steigenden Kursen. Dies kann jedoch zum eigenen Vorteil genutzt werde. Denn es besteht dabei einen gravierenden Vorteil.

Sollte der Kurs nach einer Verjüngung weiter in die eigentliche Trendrichtung steigen und dabei aus dem oberen band der heraus schießen, handelt es sich hierbei um einen Blow-Off. Eine Kursübertreibung – oder im bearishen Fall um eine Kursuntertreibung.

Einstiegskurs beim Blow-Off

Als Einstieg kann nun schon das obere Bollinger-Band herhalten. Als Stoppkurs das bis dahin entstandene Blow-Off-Hoch. Dies hat den Vorteil eines besonders günstigen CRV’s.

Weitere Blow-Off-Beispiele

Blow-Off 1

Bollinger-Blow-Off 2

oberes Foto (c): Klicker – pixelio.de

Die Bollinger Bänder – Preisbewegungen im Gummiband
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