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Elliott Wellen Theorie im Überblick – der Leitartikel Elliottwellen

Elliott Wellen und deren Anwendung in der technischen Analyse an den Aktienmärkten ist eines der umfassenden Felder der gesamten Börsenanalyse.
Während sich die Charttechnik von Finanzmärkten auf Trendlinien, Unterstützungszonen und Widerstandsniveaus stützt und die Candlesticktheorie an Kerzenmustern festhält und jene „nur“ zu interpretieren braucht, muss der geneigte Elliott-Wellen-Analyst viele Begebenheiten und Charteigenheiten in seine Analyse mit einbeziehen und an Hand von Wahrscheinlichkeiten und Augenmaß auf eine der vielen möglichen Varianten schließen.

Zwar mag sich die Elliott Wellen Theorie an Hand solcher Aussagen anhören, wie Kaffee-Satz-Leserei, doch ist genau das verfolgen des „womöglich“ richtigen Ansatz der Schlüssel zum Erfolg, denn im Gegenzug zur Charttechnik beherbergt die Elliott-Wellen-Theorie eine Reihe von Regeln und Gesetzen, welche im Zuge der Analyse eines Finanzinstrumentes, wie der Daimleraktie, beachtet werden müssen.

Als Beispiel sei vorerst die sogenannte „Wellenüberschneidung“ dabei handelt es sich um das wichtigste Werkzeug des EW-Analysten, denn dieses verrät oft, dass sich die aktuelle Analyse auf sehr dünnem Eis bewegt. Doch dazu mehr.

In den nachfolgenden Artikeln über die Elliott-Wellen oder auch „elliot waves“ im angelsächsischen Raum wird sowohl auf die einzelnen Muster von Impuls- und Korrekturwellen genauso eingegangen, wie auf Kniffe der Kurs-Ziel-Prognose, charttechnische Hilfsmittel in der Elliott-Wellen-Theorie und den sogenannten Fibonacci-Retracements. Letztere Stellen ein wichtiges Werkzeug dar und sollten in keinem Chartanalyse-Tool fehlen, wenn man ernsthaft Finanzwerte analysieren möchte.

Inhaltsverzeichnis der Elliott-Wellen-Artikel auf Börsen-Uni

Kapitel 1: Impulswellen und Korrekturwellen

Kapitel 2: Triviale Impulswellen – Erste Schritte der Elliott-Wellen-Zählung

Kapitel 3: Triviale Korrekturwellen – Das Abkühlen des Marktes aus Elliott-Wellen-Sicht

Kapitel 4: Komplexe Impulswellen

Anhang: Beispiele

Die Geschichte der Elliott-Wellen

Die Elliott-Wellen Theorie geht auf Ralph Nelson Elliott zurück, welcher in den 1920er Jahren in Amerika lebte und sich an den Versuch wagte, die Geschehnisse am Finanzmarkt psychologisch zu fassen und mit einfachen Mitteln auf Papier übertragen zu können. Man kann es ein wenig mit dem Versuch vergleichen, Massenpsychologische Phänomene in Abstrakte Beziehungen herunter zu brechen und diese dann mit geeigneter Symbolik, beispielsweise bei einer Massenpanik auf Grund eines Häuserbrandes, zu simulieren.

Dieses minimalisieren nahm auch Ralph Nelson Elliott vor. Er brach die Marktreaktionen der Tradermasse auf die wichtigsten Einzelentscheidungen herunter und definierte darüber ein Gesetz, welches in seiner Exaktheit und Treffsicherheit nahezu ungebrochen bis zum heutigen Tage ist, denn die Elliott-Wellen-Theorie versucht die Börse, beziehungsweise den Markt dort zu fassen, wo er entsteht.

Bei den Entscheidungen der Marktteilnehmer und da spielt nicht etwa die ach so wichtige Trendlinie eine Rolle, eine Aktie, beispielsweise Infineon, zu kaufen oder zu verkaufen, sondern die allgemeine Stimmung, in welcher sich der Trader befindet. Und jeder einzelne Trader, welcher am Markt agiert – Computersysteme seien vorerst aus dem Spiel gelassen – handelt nach den ähnlichen Mustern, nämlich Angst und Gier unter einen Hut zu bekommen. Denn zu jeder Zeit, an dem Menschen am Markt investiert sind, tobt in ihnen der Kampf zwischen Bulle und Bär – Soll ich die Henkel-Aktie halten oder verkaufen? Denken Sie kurz darüber nach. Wie viele Charttechnische Analysemethoden haben den Leitspruch „Die Trendlinie ist zum Brechen da?“ —- Das ist kein Zufall, denn die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Chart eine gerade gezogen werden kann, welche im späteren Verlauf sogar getroffen und als Abpraller dient, ist nahezu eins – denn eines sei gesagt. Es passiert nicht immer, aber die Perlen werden herausgepickt und zeigen dann ein Bild, als ob es funktionieren würde.

Möglichkeiten und Einschränkungen der Elliott-Wellen Theorie

Um falschem Enthusiasmus vorzubeugen möchte ich bereits am Anfang betonen, dass es sich bei der EW-Thorie in keiner Weise um eine leichte Theorie handelt. Mit ein wenig Linienzeichnen und Unterstützungsniveaus markieren kommt man bei der EW-Theorie nicht weit. Stattdessen wird demjenigen, welcher sich intensiv mit dieser Analysemethode auseinander setzt ein Werkzeug gegen, mit welchem man vor „Bärenfallen“ / „Bullenfallen“ oder „Short-Squeez“ recht sicher ist, denn man kann sich in etwa auf die kommenden Ereignisse einstellen.

Zudem muss genannt werden, dass sich Erfolge auch hier erst durch den „Right-Look“ einstellen. Dabei gehört es dazu, auch Rückschläge in Kauf zu nehmen und bei jeder ernsthaften Analyse, die man mit Hilfe der Elliott Wellen erstellt, die Alternativrouten mit durchgeht, denn auf Grund dessen, dass die EW-Theorie Gesetze bereit hält, sind die Möglichkeiten von Kursentwicklungen im Endeffekt stark begrenzt, ähnlich wie bei einem Sudoku. Am Anfang sind alle Felder leer und man ist gewillt schnell überall etwas einzutragen um fertig zu werden und sich gut zu fühlen, etwas geschafft zu haben. Doch Achtung, bei genauem Hinsehen merkt man, dass etwas nicht stimmen kann. So ist es auch bei den Elliot Waves. Lassen Sie sich daher auf das Experiment ein und lesen Sie weiter über die Elliot Waves und die Theorien von Ralph Elliott.

Im Rahmen der Elliot-Waves werden sich die nachfolgenden Charts am Ende der Artikelreihe sehr gut Analysieren lassen.

Egal ob Sie eine BASF-Aktie mit Elliott-Wellen analysieren wollen, oder eine Henkel-Aktie. Im Zuge der EW-Theorie lassen sich auch so schwierige und auf den ersten Blick chaotische Konstrukte wie die Schulter Kopf Schulter Formation leicht erklären.

Zudem bietet auch dieser „nichtssagende“ Chart von Infineon oder der nachfolgende von Daimler genügend Informationen, um daran eine Elliott-Wellen-Analyse zu betreiben.

Artikelbild: flickr.com – Creativ Commons Lizenz – daniel_sh

Elliott Wellen Theorie im Überblick – der Leitartikel
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